Ilonka Breitmeier - Lebenslauf

Schon in meiner Kindheit fiel es mir leicht mit Worten zu spielen und ich liebte Musik über alles. Mit sieben Jahren verfasste ich meine ersten Gedichte und Reime, die ich stolz zu Familienfesten oder Geburtstagen verschenkte. Ich lernte fünf Jahre lang klassisches Ballett und lernte früh auf der Bühne zu stehen und mich nach Musik zu bewegen. Mit neun Jahren wollte ich unbedingt Trompete lernen, was ich aber wegen des Lärms nicht durfte. In der Schule bekam ich für Sprachen immer gute Zensuren, während ich mich in den logisch-mathematischen Fächern gerade so durchmogeln konnte. Ich las gerne, da ich mich nach Abenteuern und fremden Welten sehnte. Nach dem Abitur in Münster zog ich mit meiner Zwillingsschwester nach Berlin, wo ich Publizistik, Pädagogik und Psychologie studierte.

Ich sollte nun einen Beruf erlernen, um mein eigenes Geld zu verdienen. Aber kaum hatte ich mein Diplom gemacht, kaufte ich mir ein Schlagzeug und stieg in eine Musikband ein. Tagsüber arbeitete ich in Kindertagesstätten als Erzieherfortbilderin oder mit verhaltensauffälligen Kindern, in der U-Bahn schrieb ich dann Songtexte und abends übte ich im Proberaum mit meinen verschiedenen Bands.

In den achtziger Jahren gründete ich die erste deutsche Frauenrockgruppe "Insisters", mit denen ich sieben Jahre lang Platten aufnahm und Tourneen machte. Das war schon eine aufregende, wilde Zeit. Dann fingen meine Keyboarderin und ich an, fürs Fernsehen Musik und Texte zu schreiben, für Jugendsendungen und Serien. Ich wurde als Schauspielerin entdeckt und spielte in einigen Serien mit. Durch meine lange Bühnenerfahrung fiel mir das leicht und machte großen Spaß. Nebenbei tourte ich weiter mit verschiedenen Bands.

1991 hatte ich das große Glück für die Erfolgsserie "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten" den Titelsong zu schreiben und bekam für die erste Weihnachts-LP der Serie meine erste goldene Schallplatte.

Als ich in diesem Jahr schwanger wurde, packte ich mein Schlagzeug in den Keller (der dicke Bauch passte einfach nicht hinter die Trommeln) und gab das Zigeunerleben auf. Aber wohin mit all den Ideen und der Lust aufs Schreiben und Komponieren? Noch bevor mein süßer Sohn auf die Welt kam, hatte ich mein erstes Kinderbuch geschrieben und eine ganze Kassette voller Schlaf- und Traumlieder geschaffen. Die Kunst sucht sich immer wieder selbst einen Weg und so kam ich von der Rockmusik zu Kinder- und Jugendbüchern. Ich schrieb einige Kurzgeschichten und verschickte sie an die verschiedenen Verlage in Deutschland und tatsächlich bekam ich darauf hin einige Verträge.

Neben den Büchern für Kinder nehme ich immer wieder Aufträge an, z.B. für Filme oder Songs und Wettbewerbe für neue Serien.

Tja, und wie schreibt man denn nun so ein neues Buch und worüber soll man schreiben? Um spannende und interessante Geschichten zu schreiben, muss man zunächst einmal selbst viel erlebt und gesehen haben. Man muss gut beobachten und sich leicht in andere Menschen hineinversetzen können. Die Themen kommen dann angeflogen, wie "kleine Ufos", man muss nur seine Antennen immer ausgerichtet haben. Natürlich sieht man auch, was gerade bei den Kids besonders angesagt ist und greift diese Vorlieben auf. Meine Personen in den Geschichten sind oft Menschen, die ich kenne. Wenn man über wirkliche Menschen schreibt, wird die Geschichte viel lebendiger und gefühlvoller. Bei vielen Themen muss man aber auch erst Erkundigungen einziehen (recherchieren), damit man nichts Falsches verbreitet. Das macht eigentlich viel mehr Arbeit als das Schreiben selbst, aber bringt oft auch Spaß und man lernt viel dabei.

Ich persönlich schreibe aus dem Bauch heraus. Irgendwann packt es mich. Ich werfe den Computer an und los geht's. Dann fließen die Gedanken nur so aus meinen Fingern und hinterher bin ich oft erstaunt, was ich da so alles geschrieben habe. Die Aufgabe des Verlages ist es dann, daraus ein Kinderbuch zu machen. Schreiben ist ein Handwerk, wie vieles andere auch. Man kann es erlernen, braucht ein Prise Talent, viel Fantasie, einen Schuss Humor und etwas Mut. Und wenn man dann noch ein wenig Glück hat, liest es die richtige Person und veröffentlicht es. Klingt doch ganz einfach, oder?

Es gibt natürlich tausend verschiedene Arten das Schreiben anzugehen, probiert es aus. Horcht in euch hinein und findet heraus was euch am meisten Spaß macht. Ich habe es getan, als ich mein erstes Schlagzeug gekauft habe und jedesmal, wenn ich einen Text schreibe oder eine Geschichte anfange, dann kribbelt es im Bauch und ich bin zufrieden und ich freue mich auf meine Arbeit.

Ich wünsche euch genau so viel Spaß beim Lesen meiner Geschichten. Und wer weiß, vielleicht findet ihr euch dort sogar wieder.

Bis bald also, Eure Ilonka